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Buchvorstellung

“Mars - Der Kumara”

von Dr. K. Parvathi Kumar

 

Mars - Der Kumara

Mars ist von grosser Hilfe für den Aspiranten, der die Grenzen der niederen Ebenen überschreiten möchte. In diesem Zusammenhang gaben die Seher die höheren Dimensionen von Mars. Ein Aspirant, der diese Dimensionen benutzt, kann die positiven Schwingungen von Mars erlangen und auf dem Pfad fortschreiten. Der höchst erhabene und göttliche Aspekt von Mars wird in den sublimen Konzepten von Saravanabhava, Subrahmanya, Kartikeya, Visakha, Shanmukha und Skanda dargestellt. Dieses Buch versucht, diese erhabenen Dimensionen von Mars, dem Kumara zu erfassen.

Inhalt: Vorwort; Mars, der Kumara; Visakha; Vorbereitung für den Vaisakh-Vollmond; Shanmukha – Der sechsgesichtige Kumara; Saravanabhava; Geburt von Kumara; Sexualität - Fluch; Beziehungen mit Tierkreiszeichen und Planeten; Kumara, das „Ich Bin“-Bewusstsein

Dhanishta Foundation, Visakhapatnam, Indien 2014

 

Leseprobe:


Auszug Kapitel 1: Mars - Der Kumara

Die Geschichte vom Menschensohn, der sich zu einem Sohn Gottes umwandelt, enthält alles, was die Anwendung von Kraft betrifft.
Die Kraft ist ihrem Wesen nach Mars-haft und kommt aus dem Marsprinzip hervor. In der esoterischen Dimension der Astrologie wird Mars daher, nach Sonne und Uranus, als der positivste Planet des gesamten Systems betrachtet. Mars herrscht über den Kampf eines Aspiranten, der sich zu einem Jünger und einem Adepten umwandelt. Viele denken, Mars habe wenig mit dem spirituellen Pfad und Fortschritt zu tun. Das ist völlig falsch. Die positive Dynamik von Mars ist das erste Erfordernis auf dem spirituellen Pfad. Feuriges Streben (Tapas) ist nichts anderes als die selbsterzeugte Kraft, um den Pfad zum Geist zu beschreiten. Es erfordert unbezwingbaren Mut. Der Pfad zum Geist, zur Wahrheit, zum Licht ist für die Mutigen, nicht die Zaghaften. Ein echter spiritueller Mensch ist wie ein Soldat, dessen Schlachtfeld sich im Inneren befindet, in seiner Persönlichkeit. Er muss den Drachen seiner Persönlichkeit in den Griff bekommen und sie in einen weissen Drachen verwandeln. Er muss viele Kämpfe bestehen und in sich gewinnen. Mit der Kraft von Mars, der Weisheit von Jupiter, dem Unterscheidungsvermögen von Merkur, dem Glück von Venus, dem Reflektieren vom Mond und der Disziplin von Saturn muss er die unerwünschten Charakterzüge in sich überwinden. Ohne die Mars-Kraft kann im Inneren wenig erreicht werden. Die innere Reise zum Licht ist voller Hindernisse. Es sind Gier und Verlangen, unkontrollierter Zorn, eine besitzergreifende Haltung, Illusion, Vorurteil und Stolz. Dies ist nur eine Gruppe. Es gibt eine weitere Gruppe, die Dualität von Mögen und Nichtmögen, Komfort und Unbehagen, Gewinn und Verlust, Freude und Schmerz. Und da ist noch eine andere Gruppe - von Widerwillen, Gleichgültigkeit, Vergesslichkeit, Furcht und Unwissenheit. Um diese Züge zu überwinden, braucht man nicht nur die Weisheit von Jupiter und dem Unterscheidungsvermögen von Merkur, sondern auch die Kraft von Mars.

So wie ein Soldat Opfer erbringt, muss auch ein spiritueller Aspirant Verzicht und Opfer erbringen. Er muss in sich alle unerwünschten Charakterzüge opfern. Die Tore zur Wahrheit öffnen sich der Reihe nach für jene, die mutig für das Licht kämpfen. Die Schlacht von Mars hört niemals auf, bevor der Sieg errungen ist. Mars kennt keine Niederlage. Lord Krishna sagt im sechsten Kapitel der Bhagavad Gita, in dem fünften und sechsten Vers: „Das Selbst kann vom Selbst emporgehoben werden. Das Selbst kann vom Selbst besiegt werden. Das Selbst kann das Selbst besiegen. Das Selbst kann freundlich zum Selbst sein. Das Selbst kann dem Selbst gegenüber feindlich sein. Das Selbst muss vom Selbst überwunden werden.“ Damit spricht er das Mars-hafte Bestreben an, für die Selbstverwirklichung das niedere Selbst (die Persönlichkeit) zu überwinden. Normalerweise ist in einem weltlichen Menschen und sogar in einem Aspiranten das niedere Selbst stärker als das höhere. Der Drachen ist mächtiger. Man braucht die Schärfe und die Kraft von Mars, die durch einen Speer dargestellt wird, um den Drachen der Persönlichkeit niederzuwerfen. Krishna sagt: „Wirf eine Persönlichkeit voller Negativitäten und Dualitäten nieder. Wird deine Persönlichkeit voller Unwissenheit nieder. Erwache! Benutze die Weisheit. Benutze das Unterscheidungsvermögen und setze die erforderliche Kraft ein.“

Normalerweise gehen Aspiranten halbherzig auf den Pfad, weil sie die Marskraft nicht angemessen einsetzen. Aus diesem Grund steht der Eingang in das Reich der Weisheit weit offen, während der erfolgreiche Ausgang zur Verwirklichung eng ist. Er ist so eng wie das Nadelöhr. Das letzte Tor zur Verwirklichung erfordert, dass man durch die enge Tür geht und die Persönlichkeit zurücklässt. Solange die Persönlichkeit nicht von selbst abfällt oder in die Seele hinein verschmilzt, kann man nicht durch den scheinbar engen Pfad der Wahrheit gehen. Die eigene Persönlichkeit hindert einen daran, das Reich der Wahrheit zu betreten.

Mars macht einen Menschen zu einem überzeugten Gläubigen oder Ungläubigen. Mars legt in der einen oder anderen Weise fest. Zwischen Glauben und Unglauben gibt es eine dünne Grenzlinie.

Doch in beide Richtungen verleiht Mars die Qualität extrem stark. Die extrem starken Gläubigen neigen dazu, extrem hingebungsvoll zu sein. Es macht ihnen sogar nichts aus, ihr Leben für das Erlangen ihres Ideals hinzugeben. Es gibt viele Eingeweihte, die Selbstopfer unter Beweis stellten. Heute haben wir viele Terroristen, die sich ebenfalls für ihre eigenen Lehren opfern, gleich ob diese wahr oder falsch sind. Versteht, dass es sich in beiden Fällen um die Kraft von Mars handelt. Diese Kraft von Mars hat im Christentum die Ausweitung der Religion durch Schwert, Kampf und Blut bewirkt. Das Thema des Blutes, über das die christliche Religion spricht und das sie fördert, ist auch ein Aspekt von Mars. Expansionspolitik ist ein Aspekt von Mars. Wenn sich eine solche Expansionspolitik mit Aggression verbindet, führt dies zu Blut und Verlust von Leben. Die menschliche Geschichte ist voller Kriege und Blutvergiessen, aus politischen wie auch aus religiösen Gründen. Wenn diese extreme Dimension von Mars nach innen gerichtet wird, bekämpfte man die eigene Persönlichkeit, besiegt sie und erkennt die Wahrheit. Der Unterschied zwischen einem hingebungsvollen Menschen und einem Fanatiker ist, dass der Fanatiker für sein Konzept von Wahrheit im Äusseren zu kämpfen sucht, während der hingebungsvolle Mensch still in seinem Inneren mit seiner eigenen Persönlichkeit kämpft. Die alten Religionen und Traditionen, die vor dem Kali-Zeitalter existierten, glaubten an den inneren Kampf fürs Licht, nicht an das äussere Kämpfen um Vorherrschaft und Autorität.

Mit Mars zu arbeiten kann mit einem scharfen Messer verglichen werden. Man kann ein Messer für einen konstruktiven oder einen destruktiven Zweck verwenden. Strenge Praktiken, um seine eigene niedere Natur zu reinigen, sind auch Mars-haft. Wenn Mars schwach ist, kann man sich nicht dem Reinigen der eigenen tierischen Instinkte widmen, die den Pfad zum Licht behindern.

Die Schwingungen von Mars sind für die Aspiranten, welche die Hindernisse der niederen Ebenen überwinden wollen, von grosser Hilfe. In diesem Zusammenhang gaben die Seher die höheren Dimensionen von Mars. Wenn ein Aspirant diese Dimensionen verwendet, kann er die positiven Schwingungen von Mars erlangen und auf dem Pfad voranschreiben. Der höchste und göttlichste Aspekt von Mars wird in den erhabenen Konzepten von Saravanabhava, Subrahmanya, Kartikeya, Visakha, Shanmukha und Skanda vermittelt. Daher wenden wir uns den Lehren über die sublimen Dimensionen von Mars, dem Kumara zu.
 

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